Unser Start im Waldkindergarten-womit spielt man dort?

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„Die Anreize der Natur kitzeln (…) den kreativen Instinkt, der in all unseren Kindern schlummert. Tatsächlich zeigen Studien, dass Kinder in einem unstrukturierten, natürlichen Umfeld kreativer spielen als drinnen“
(aus: Wie Kinder heute wachsen- Natur als Entwicklungsraum, Herbert Renz- Polster und Gerald Hüther)

Am Anfang haben wir Eltern uns die Frage gestellt: Womit werden die Kinder denn spielen? Ja klar, die Natur hat unfassbar viel zu bieten- aber reicht den Kindern das? Jeden Tag mehrere Stunden lang? Oder wird ihnen langweilig werden? Schließlich kommen sie aus einer Umgebung, wo es eine große Auswahl an Materialien gab!
Ha, langweilig- so was können offensichtlich auch nur Eltern fürchten 😉 Die Realität ist ganz anders- und für mich sehr beeindruckend! Denn ganz egal, welche Verhältnisse herrschen und was die Natur gerade hergeben möchte, finden die Kinder Beschäftigung. Sie bauen Staudämme wenn es regnet, sie suchen sich Werkzeuge, um Höhlen ins Eis zu schlagen, sie formen Dinge aus Gatsch (ja, echt- von Käsebroten über Dinosaurier :-), sie entdecken Raumschiffe in einem langen Ast, sie rollen über die Wiese oder klettern auf den Baum und zwischendurch beobachten sie einfach. Finden die exotischsten Dinge im Wald (Kühlschränke, Glühbirnen und Co) und sammeln wahre Schätze an Steinen, Stöcken, Zapfen und Blättern. Dazwischen ruhen sie sich aus. Ziehen sich auch einmal zurück und werden still.

„Der Reichtum der Natur ist uns mit vielen Gesichtern begegnet. Als Freiraum, Spielraum, Beziehungsraum, Entdeckungsraum, Gestaltungsraum, Selbsterfahrungsraum, Rückzugsraum.“ (aus: Wie Kinder heute wachsen)

Wieder einmal lernen wir Erwachsene durch unsere Kinder und mit ihnen mit. Ich erkenne zum Teil erst jetzt wieder, welche Schätze die Natur, der Wald wirklich für uns bereit hält. Ich sehe grau-feuchte Nebeltage nun auch durch die Augen meines Sohnes: perfektes Gatsch-Wetter! (auch wenn die blöde Sonne am nächsten Tag den ganzen Staudamm austrocknen lässt :-))
Ich sehe auch, wie Fülle und Einfachheit sich nicht ausschließen- sondern ergänzen. Ich erfahre, wie jeden Tags aufs Neue Abenteuer entstehen können.

Natur ist übrigens nicht nur Wald, Wiese und Berg: „

Wo wir durch die Augen der Kinder schauen (…) ist Natur zunächst einmal eine Welt, die offen ist für ihre Ideen, in der sie ihren Raum haben und „ihr Ding“ machen können- in der sie also spielerisch entdecken, gestalten und wirken können.“(aus: Wie Kinder heute wachsen)

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