Kinder, Mama bleibt heut auf der Couch!

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Nachdem mich nun 4 Tage lang 3 Personen in diesem Haushalt sagen wir mal- aktiv an ihren Infekten teilhaben ließen, hat mein Immunsystem heute früh beschlossen, dass es auch eine Pause braucht. Ich bin mit dumpfem Gefühl im Kopf und Stechen im Hals aufgewacht und wusste: Oh oh- jetzt heißt handeln!

 

Ich habe der Familie also verkündet, dass ich den heutigen Tag im Bett, maximal aber auf der Couch verbringen würde, weil ich mich nicht gut fühlte. Die Einsicht meines Mannes hatte ich schnell gewonnen, schließlich hatte er dort auch schon zwei Tage verbracht in dieser Woche. Bei den Kindern war die Lage anders. Ich glaube, sie hatten mich schon grundsätzlich verstanden, immerhin fragte mich meine Tochter: Mama Arzt? Es hielt sie aber beide nicht davon ab, auf mir herumzuturnen, in Piratenverkleidung mein Bett zu entern, im 5 Minuten Takt „Mamaaaaaaaaaa“ zu rufen oder- ebenfalls in Piratenverkleidung- neben mir mit zu kämpfen.

Früher wär ich spätestens jetzt aufgestanden, hätte resigniert und mir gedacht: Naja, geht halt nicht ohne mich. So schlecht gehts mir ja nicht, das schaff ich schon!

Aber seit ich letztes Jahr eine echt heftige Grippe hatte, die mich 3 Wochen komplett lahm legte, weil ich mir zu oft gedacht hatte: ach, das schaff ich schon noch! ach, ich mach das noch schnell! ach, ich kann mich ja nicht einfach hinlegen! machte ich es diesmal anders!

Ich machte mir eine große Kanne Tee, einen feinen Halswickel und erklärte meinen Kindern, dass wenn ich nicht JETZT die Ruhe bekommen würde, die mein Körper braucht, ich später viel mehr und länger Ruhe brauchen würde, um mich zu erholen. Und dass das für uns alle bedeuten würde, dass die Mama in der Zeit nichts machen kann: Nicht in den Kindergarten bringen, nicht abholen, nicht zu Freunden bringen, ins Ballett, Freunde zu uns einladen, Radfahren, Rollerfahren, Kuchen backen, Lego spielen, basteln etc. Ich erklärte ihnen auch, dass sie selbst, wenn es ihnen nicht gut geht, ja auch gerne im Bett liegen und nichts tun- und dass es mir gerade auch so ging! Und dass ich mir jetzt wirklich Ruhe wünschte!

Und siehe da….ich erntete verständnisvolle Blicke! Danach begab ich mich mit meinem Tee auf die Couch und der Rest der Familie auf den Spielplatz. Ich konnte in Ruhe schlafen, ich konnte mich ausruhen und ich spürte förmlich, wie gut das meinem Körper tat. Und wie gut es mir tat, dass ich mich selbst ernst nahm, meine Bedürfnisse wahrnahm und auf sie hörte! Das war definitiv nicht immer so…

Immer wieder erzählen mir Mamas in der MasterMum Gruppe, dass ihre Kinder sie noch nie auf der Couch gesehen haben, weil sie sich diese Zeit für sich selbst nicht nehmen- aus Angst egoistisch zu sein oder weil es ja immer irgendetwas zu tun gibt.

Ich stelle dann immer eine Frage: Wenn dein Kind Ruhe braucht, erschöpft oder krank ist- möchtest du dann, dass es sich ausruht? Die Antwort ist immer dieselbe: Ja natürlich!

Dann müssen wir bei uns beginnen! Und dürfen unseren Kindern auch dabei Vorbild sein: beim Rasten, beim Ruhen, beim Krafttanken! Wie sonst sollen sie lernen, dass das völlig in Ordnung ist?

Mein Tag auf der Couch wurde übrigens noch richtig gut….als ich nämlich hörte, wie die Kinder nebenan tobten und meine Tochter bestimmt rief: Ich geh jetzt zur Mama! und ihr mein Mann erklärte, dass ich heute Ruhe brauche und…….die Ruhe tatsächlich blieb!

In diesem Sinne: Schaut gut auf euch! Das hat nix mit Egoismus zu tun- nur wenns uns gut geht, können wir auch richtig gut für die Familie da sein!

Übung macht die MasterMum 🙂

 

 

 

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Showing 2 comments
  • Kleinstadtlöwenmama
    Antworten

    Das klingt gut! Ich wünsche Dir gute Besserung! Als Alleinerziehende ist es schwieriger, aber meine Kinder sehen mich durchaus auf dem Sofa. Wenn sie am Wochenende eine halbe Stunde fernsehen dürfen, trinke ich prinzipiell in dieser Zeit meinen Milchkaffee neben ihnen auf dem Sofa und lese! Die Küche, Wäsche etc. kann warten!

    • Ruth
      Antworten

      Liebe Kleinstadtlöwenmama!
      Da hast du Recht- als Alleinerziehende ist das sicher nochmal viel herausfordernder, sich Ich-Zeit zu verschaffen. Danke für diesen Blickwinkel!
      Alles Liebe
      Ruth

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