Wie ginge es uns Frauen ohne Tabus?

 In Loslassen, MasterMum

Heute ist der Internationale Frauentag ! Anlässlich dieses Tages hab ich mir heute diese Frage gestellt!

Immer wieder stoße ich in meiner Arbeit mit so vielen unterschiedlichen Frauen doch immer wieder auf eine Gemeinsamkeit: TABUS!

Das Tabu =  ein ungeschriebenes Gesetz, das aufgrund bestimmter Anschauungen innerhalb einer Gesellschaft verbietet, bestimmte Dinge zu tun (DUDEN)

Es geht aber noch viel weiter, als nur ums TUN…es geht ums Aussprechen, ums Denken, ums Aussehen, ja sogar ums Fühlen!

Vor allem unter Mamas- so hab ich den Eindruck- gibt es nochmal besonders viele Tabus.

Was man nicht tun darf, wie man nicht sein darf, wie man sich nicht fühlen darf, was man nicht sagen darf, wie man nicht ausschauen darf, wie man nicht leben darf…..pfuuuuuhhhh! Allein wenn ich nur davon schreibe, spüre ich die Schwere, die diese Tabus auslösen.

„Man“ muss sich zurücknehmen! „Man“ sagt lieber nichts! „Man“ versucht einfach, alles zu verstecken! „Man“ kommt schon irgendwie alleine klar! „Man“ darf ja keine Hilfe annehmen“! „Man“ muss sich einfach ein bisschen zusammenreißen!

Das beginnt z.B. bei körperlichen Beschwerden wie Inkontinenz nach Geburten: „Dass man sich als Mama vielleicht in verschiedenen Situationen immer wieder etwas anpinkelt, weil der Beckenboden noch schwach ist oder man Jahre nach der Geburt immer noch aussieht, als wäre man schwanger, weil die Rückbildung nicht ausreichend war, das sind Themen, unter denen die Frauen SEHR leiden- aber es wird kaum darüber gesprochen“, so Tabu-Expertin und mamaFIT Trainerin Dr. Iris Floimayr-Dichtl.

Auch Physiotherapeutin und Ostheopatin Hélène Menapace kennt die Tabus ihrer Patientinnen:“ Schwäche zu zeigen ist eines der größten Tabus unter meinen weiblichen Klientinnen. Egal, ob es der Körper ist, der gerade schwach ist oder die Seele….beides hat einfach keinen Platz in unserer Leistungsgesellschaft, wo immer noch der Glaube herrscht: Nur die Starken kommen durch.“

Aus diesem Grund sind auch Themen wie Depressionen (postnatal oder nicht), Ängste, Zweifel etc. noch so sehr tabuisiert.

Ich selbst erlebe in meiner Arbeit in den MasterMum Gruppen oft, dass Mamas das Gefühl haben, irgendetwas stimmt nicht mit ihnen, wenn sie nicht dem gängigen (medialem) Bild einer Mama entsprechen, die ständig glücklich ist, immer strahlt, alles im Griff hat (und mit alles mein ich: Kind, Haushalt, Job, Partnerschaft, Freunde, Finanzielles und noch ein bisschen mehr) und das ganz easy und top gestylt.  Dass sie irgendwie versagt haben. Oder dass sie sich nicht genug angestrengt haben. Einfach nicht gut genug sind dafür.

Aber über dieses Gefühl können sie mit niemandem wirklich sprechen, weil alle anderen dieses Problem ja (scheinbar!) nicht haben.

Und ja-  natürlich wissen sie irgendwie, dass dieses Ideal-Bild wahrscheinlich nicht real ist.  Aber was, wenn niemand darüber redet? Und es einfach keine anderen Referenzen gibt?

Ich hab früher selbst viel in so manche Tabus investiert. Hab vieles nicht ausgesprochen, nicht gelebt und nicht einmal gefühlt. Weil ich Angst hatte, was andere dann über mich denken.

  • Aber wisst ihr, wieviel Energie es kostet, jemand zu sein, der man eigentlich gar nicht wirklich ist?
  • Wieviel Kraft es kostet, Gefühle zurückzuhalten, die man  gerne rauslassen würde?
  • Wie anstrengend es ist, Ängste nicht auszusprechen, die man schon lange mit sich trägt?
  • Wie sehr es blockiert, Gedanken zu äußern, die schon so viele Runden im Kopf kreisen?
  • Wieviel Aufwand es bedeutet, sich selbst zurückzuhalten?

Wie wäre es, wenn wir nicht weiter in unsere Tabus investieren? Wenn wir offen miteinander sind? Wenn wir sind, wie wir sind? Wenn wir fühlen, denken, sprechen, aussehen wie es UNS entspricht? Wenn wir authentisch sind und ganz ehrlich- mit uns und anderen? Wenn wir „man“ ersetzen mit „ICH“? Wenn wir unser Leben so leben, wie es uns gut tut? Wenn wir all diese Energie und Kraft in uns und unsere Ziele und Visionen investieren? Wenn wir uns damit gegenseitig unterstützen? Wenn Schwäche auch eine Stärke sein darf? Wenn wir einfach vollkommen sind, so wie wir sind?

Wir können jederzeit damit beginnen, in unsere eigenen Tabus nicht mehr zu investieren! Indem wir ehrlich zu uns selbst sind und offen mit anderen, indem wir zu uns selbst stehen!

Ich wünsche mir zu diesem Weltfrauentag, dass ich mit MasterMum dazu einen wertvollen Beitrag leisten kann! Und ich wünsche euch einen ganz besonderen, kraftvollen Tag!

#Tu, was dir gut tut!

 

 

 

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