Mama allein auf Reisen

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Seit ich zum zweiten Mal Mama geworden bin, habe ich mir meine eigene „Mama-Tradition“ geschaffen: Einmal im Jahr verreise ich ein paar Tage alleine. Ganz egal wie weit und wohin –  nur ich! Ohne Mann, ohne Kinder, ohne Freundinnen!

Vor kurzem war es wieder so weit und ich hab mich schon unglaublich darauf gefreut: 4 Tage Zeit für mich! 24 Stunden lang. Nur das tun, worauf ich Lust habe. Schlafen wann ich will. Essen wann ich will. Hingehen, wohin ich möchte. In winzigen Cafés stundenlang in Ruhe Tee trinken. Mit kleinem Gepäck und kleiner Handtasche – ohne Reservekleidung, ohne Snacks, ohne Kinderwagen – ich bin sicher, jede Mama weiß was ich hier meine 🙂 Diese Tage lassen mich wieder richtig auftanken –  und zwar so nachhaltig, dass es auch lange anhält.

Und sie bringen mich so richtig zurück zu MIR. Zu meinen Bedürfnissen. Zu meinen Träumen. Zu meinen Gedanken. Zu dem, was mir gut tut.

Allerdings gibt es davor noch eine Hürde zu meistern, musste ich dieses Mal feststellen!

Denn dieses Spüren: Was will ich denn?, das lässt sich nicht so einfach anschalten. Ich merke: Das braucht wieder Übung! Denn im Alltag ist oft nicht so viel Zeit dafür, auch nicht so viel Gelegenheit: Vieles ist geplant, es gibt die Bedürfnisse von drei weiteren Menschen in meiner Familie, es gibt meinen Job, es gibt Freunde, es gibt den Haushalt etc.

Hier habe ich die völlige FREIHEIT- aber puh, ich stelle fest, die ist am Anfang ganz schön herausfordernd: Was will ICH? Ich bin frei für alles, ich trage die Verantwortung nur für mich – und da spüre ich: ich bin so gewohnt, die Verantwortung auch für meine Kinder zu tragen, dass hier irgendwas fehlt. Das klingt komisch, weil ich mich so darauf gefreut habe und es hier großartig finde, aber ich spüre, dass mir diese Rolle als Mama, diese Verantwortung als Mama schon auch viel HALT gibt. Und dass es nicht so einfach ist, hier wirklich loszulassen und alleine zu sein-  ohne sich einsam zu fühlen! Denn alleine und einsam müssen ja keinesfalls Hand in Hand gehen…

Was für mich vor 5 Jahren eine der größten Herausforderungen am Mamasein war –  dass ich von einem Tag auf den anderen die volle Verantwortung für einen anderen Menschen trage und meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr die einzigen waren, auf die ich eingehen musste – das ist jetzt schon so tief in mir verankert, dass ich tatsächlich Zeit brauche, um mich daran zu gewöhnen dass es wieder anders ist! Unglaublich! In dem Moment wird mir bewusst, wie sehr sich mein Leben verändert hat. Wie sehr ich mich verändert habe durch meine Kinder.

Und nie wieder möchte ich tauschen!

Und trotzdem möchte ich diese 4 Tage für mich jetzt genießen, möchte mich einlassen auf das „Abenteuer alleine sein“ und Schritt für Schritt wieder ganz klar spüren, was mir gut tut und wonach mir ist, wenn ich nur für mich zuständig bin. Möchte nur auf mich schauen!

Purer Egoismus? Oder Selbstliebe? Selbstfürsorge? Eigenverantwortung?

Es gibt viele Worte dafür…für mich zählt, was am Ende dabei herauskommt: Eine sehr entspannte Frau, die sich wieder unglaublich auf ihre Familie und den Alltag mit ihr freut!

 

 

 

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