Du bist vollkommen! – Gedanken einer Mädchenmama

 In Selbstliebe

Ich erinnere mich so gut an diese zauberhaften Momente. Als ich meine Kinder zum ersten Mal sah und mir beide Male dachte: Wie wunderschön du bist! Wie vollkommen!

Einige Jahre später sehe ich sie noch genauso an…es gibt nichts, was ich an ihnen verändern würde. Nichts, was ich mir anders wünschen würde. Für mich sind sie immer noch vollkommen….und werden es bleiben! Ich sehe nicht „nur“ ihr Äußeres…ich sehe sie als ganzes Wesen. Mit all ihren Eigenschaften, ihren Charakterzügen, ihren Gaben….mit einfach allem!

Ich bin sicher, so geht es den meisten Eltern.

Was aber passiert, dass ein Großteil aller Mädchen (und sicher auch einiger Buben) spätestens mit dem Eintritt in die Pubertät beginnt, sich selbst zu kritisieren? Ihr ganzes Sein auf ihren Körper zu reduzieren und sich darin nicht mehr wohl zu fühlen?  Sich auf vermeintliche Schwachstellen zu fokussieren und mit Selbstkritik (und schlimmstenfalls Selbsthass) das Leben schwer zu machen? Jede Delle, jeder Zentimeter, jede Unebenmäßigkeit…alles kann plötzlich zum ausreichenden Grund werden, um sich selbst nicht mehr wirklich zu mögen. Um sich mit einem unguten Gefühl im Spiegel anzuschauen.

Und hier geht es nicht um Einzelfälle. Auch nicht um Extremfälle wie Essstörungen. Es geht um den Großteil aller Mädchen (und dann später Frauen). Die mit wenigstens einer ihrer Körperpartien (Gesäss, Beine, Bauch, Busen, Nase etc…..)  unglücklich und/oder unzufrieden ist.

Wer das nicht glaubt: Schon die Hälfte der kleinen Mädchen in den USA ab einem Alter von 3 (DREI!!!) Jahren, machen sich Sorgen, fett zu sein! Ist das nicht unfassbar? (Hayes, Tantless-Dunn „Am I too fat to be a Princess?“)

Mir ist dieses Gefühl der Unzufriedenheit auch durchaus sehr vertraut. Als junges Mädchen. Später als junge Frau. Und jetzt bin ich selbst Mama und denke darüber nach, wie es meiner Tochter einmal gehen wird. Ich frage mich, was ich tun kann. Und ob ich etwas tun kann.

Ja, die Medien, die Werbung- die Gesellschaft- verbreiten immer noch Frauenbilder, die keineswegs der Realität entsprechen – die es in dieser Form mitunter auch überhaupt nicht gibt! Und schaffen damit Identifikationsfiguren, die niemals zu erreichen sind! So hart man auch an sich arbeitet. So streng man mit sich selbst und dem eigenen Körper auch ist.

Tatsache ist aber auch: ich kann meine Tochter weder von den Medien, geschweige denn „der Gesellschaft“ abschirmen. Ich kann sie nicht davor beschützen, in Magazinen, auf Plaketen, Fernsehen und der Welt von Social Media mit Schönheitsidealen konfrontiert zu werden, die sie irritieren. Und die bei ihr vielleicht die Frage aufwerfen, ob sie richtig ist, so wie sie ist.

Ich kann also nur in unserem eigenen System beginnen, in unserer Familie – dort kann ich sie stärken! Ich kann ihr beibringen, sich selbst mehr zu vertrauen als dem, was uns die Gesellschaft vielleicht über Ideale, Schönheit und Körperkult „lehrt“.

Und ganz ehrlich? Am Besten beginne ich bei mir!

Hier sind meine Ideen und Vorsätze dazu:

  • Ich kritisiere meinen Körper und mein Aussehen nicht in ihrer Anwesenheit (und noch viel besser: auch nicht in ihrer Abwesenheit 🙂
  • Ich versuche ihr Vorbild darin zu sein, dass mein Glück und meine Zufriedenheit nicht davon abhängen, wie ich aussehe oder wieviel ich wiege.
  • Ich vermittle ihr, dass gesunde Ernährung und Bewegung Freude machen sollen und zwei Ziele hat: Genuss und Gesundheit
  • Ich gebe ihr zu spüren, dass sie für uns immer ganz besonders ist – egal, wie sie aussieht, was sie anhat etc.
  • Ich vergleiche sie nicht mit anderen  – schon gar nicht in optischen Belangen
  • Ich zeige ihr immer wieder, was an einem Menschen alles schön sein kann – abseits von Äußerlichkeiten.
  • Ich ermutige sie, so zu sein wie sie ist – auch wenn sie dann vielleicht manchmal „anders“ ist

Es gibt Tage, da fällt mir das Vorbild sein schwer. Da steh ich vorm Spiegel und spür die Unzufriedenheit mit dieser oder jenen Kleinigkeit so langsam herauf kriechen….und dann?

Dann versuche ich mich durch die Augen meiner Tochter zu sehen: „Mama, du bist schön!“  –  sie sagt das zu mir ganz egal wie ich gerade aussehe – ich bin für sie immer schön!  Weil Schönheit so viel mehr ist als Aussehen….

Wie geht es euch mit diesem Thema? Habt ihr dieselben Erfahrungen gemacht? Was tut ihr, um eure Kinder zu stärken? Schreibt mir doch oder hinterlasst einen Kommentar!

 

 

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